Vom Pazifik in die Karibik zu wechseln braucht ein paar Schritte. Wir waren am Vorabend schon von Puerto Escondido zurück nach Oaxaca gefahren. Dort hatten wir ein etwas abenteuerliches mexikanisches Abendessen mit gefüllten Tortillas, die von hauchdünner Schweinehaut umwickelt waren, dazu eigenartige dicke Moles mit mehr Geschmäckern als wir erraten konnten (Kategorie “interessant”). Morgens haben wir das Auto beim Flughafen abgegeben und sind nach Cancun geflogen. Von dort haben wir ein Minibus-Shuttle nach Chiquila an der Nordküste Yucatans genommen. Das kleine Nest hat einen Steg, von dem Fähren zur Isla Holbox losfahren.
Als wir nach einer halbstündigen Überfahrt auf Holbox angekommen sind, war es schon dunkel. Es gibt auf der Insel nur Sandstraßen. Der feine Sand entwickelt schnell Löcher, Rillen und irre große Pfützen. Daher gibt es keine normalen Autos sondern nur offene 4WD-Ungetüme. So eins hat uns zum Hotel Blue gemacht, das sehr schön etwas außerhalb des Orts am Strand gelegen ist.
16/01/2026
Wir hatten es wirklich gut auf Holbox. Unser Bungalow lag in einem toll gepflegten Garten und hatte ein großes Bett unter einem ordentlich Moskitonetz. Es gab sehr gemütliche Hängematten am Strand und wir haben die paar Tage mal nichts gemacht außer dösen und lesen. Das Meer sah wahnsinnig schön aus. Der Strand war sehr flach und gab dem Wasser einen hellblauen Schimmer, der bis weit hinaus ging. Gegenüber dem Pazifik war das Wasser erstaunlich frisch. Auch die Luft war nicht so heiß, so dass wir es recht lang ohne Abkühlung in unseren Hängematten ausgehalten haben.
Man kann eigentlich den ganzen (zugänglichen) Teil der Insel gut zu Fuß erkunden. Aber unsere Ecke war die schönste! Einen Tag lang war es extrem windig. Wir hatten noch gescherzt, dass das Meer hier weniger Wellen als ein See hätte. Aber das hat sich mit Wind schnell geändert. Als hätte es dreimal hintereinander Flut gegeben, war zuerst der ganze Strand überflutet und danach auch die erste Reihe der Restaurants und Hotels am Strand. In der Nacht war der Spuk vorbei und am nächsten Morgen gab es wieder Strand - und Sargassum. Die Alge vermehrt sich in Yucatan irrsinnig schnell und verdirbt vielen Urlaubern den Spaß am Strand. Bei uns wurde täglich geharkt und geschaufelt, damit der weiße Strand nicht braun wurde. Aber das ist eine Sisyphos-Arbeit. Je nach Wetterlage und wie tief die Ebbe steht, ist am nächsten Tag wieder alles voll.
Der Fußweg in den Ort dauerte nur eine Viertelstunde. Dort gab es einige laute Sträßchen mit Bars, Pizzerien und Burger-Läden. Aber drum herum gab es auch viele schöne Lokale, so dass uns für ein paar Tage nicht langweilig wurde. Unseren letzten Abend haben wir natürlich in einem Taco-Schuppen verbracht.
Vier Wochen Mexiko, vier Wochen Tacos. Schön war’s!