Den Weg nach Merida haben wir für einen Besuch in Uxmal genutzt. Das ist eine weitere berühmte Maya-Stadt auf der Yucatan-Halbinsel. Das Erlebnis war komplett anders als in Calakmul. Durch die Nähe der Millionenstadt Merida gibt es sehr viel mehr Besucher. Wir hatten einen der letzten Parkplätze ergattert und mussten dreimal Schlange stehen bevor wir in den Park konnten.
Die Anlage ist weitestgehend freigelegt und steckt nicht noch halb im Dschungel. Dafür haben die erhaltenen Gebäude beeindruckende Verzierungen, insbesondere gigantische Friese, die mehrere Meter hoch über die ganze Länge der (ziemlich langen) Bauten laufen. Sie zeigen symmetrische Muster gemischt mit Abbildungen von Personen, Vögeln und Schlangen. Die Friese bestehen aus unendlich vielen kleinen Steinquadern, die unterschiedlich tief eingesetzt wurden, was einen sehr plastischen Eindruck erzeugt. Leider ist von den ursprünglichen Farben nichts mehr zu sehen. Zu den interessanten Besonderheiten gehört auch eine Pyramide mit abgerundeten Kanten.
Auf der Weiterfahrt haben wir noch einen Umweg zur kleinen Cenote X’batun gemacht. Die Anfahrt führte durch eine fast verlassene Gegend ohne viele Schilder. Dann tauchte ein Kassenhäuschen und jede Menge andere Autos auf, und der Badespaß konnte beginnen. Im frischen Wasser hat die Abkühlung nicht lang gebraucht. Ein Teil des Tümpels war mit Seerosen bedeckt, der andere mit kreischenden Locals. Rund um die hohen Steinwände des Lochs standen Bäume, die ihre Wurzeln bis hinunter ins Wasser wachsen ließen.
In Merida haben wir in einem kleinen Hotel in einer ruhigen Straße in der Nähe der Altstadt eingecheckt. Auf den ersten Blick gab es keine Partylokale in der Nachbarschaft, was uns auf eine ruhige Nacht hoffen ließ. Der alte Stadtkern ist ähnlich wie Campeche mit vielen einstöckigen Häusern in bunten Farben bebaut. Aber alles wirkte hier größer und weitläufiger. Ein paar Blocks weiter tauchten die ersten Restaurants und Bars in schön renovierten Häusern auf. Die Straßen rund um den Zocalo - den Hauptplatz - waren sehr wuselig und voller Touristenläden. Überall gab es kleine Souvenirlädchen und viel zu essen. Der Zocalo war noch voll in Weihnachtsstimmung. Vor Rentieren wurde posiert, in einer anderen Ecke zu Musik getanzt und alles blinkte und leuchtete.
Eine Straße weiter fing schon das echte Leben an, mit vielen einfachen Alltagsläden und Menschen, die auf den Bus nach Hause warteten. Parallel dazu läuft die Calle 60, wo in jedem Block ein schöner kleiner Park ist und in jedem Haus ein Restaurant Touristen empfängt.
29/12/2025
Den folgenden Tag haben wir ganz entspannt in Merida verbracht. Wir haben ausgedehnte Spaziergänge durch die Altstadt gemacht und uns regelmäßig mit Kaffee gestärkt. Merida hat einen sehr groß und prächtig angelegten Boulevard, mit übertriebenen, neoklassizistischen Villen. Heutzutage ist die Prachtstraße aber recht unbelebt.
In den Seitenstraßen gibt es vereinzelte kleine Läden und Cafes. Eine davon hat sich in eine moderne Gastro-Meile verwandelt, wo ein aufwendig gemachter Laden neben dem anderen ist. In einem kleinen Eckbistro haben wir uns mit köstlich frischen Austern und einer unglaublichen Aguachile Tostada verwöhnt. Den Rest des Tages haben wir vertrödelt und versucht unser ganzes Gepäck wieder flugtauglich zu machen.