Okinawa 2023

02/10/2023 bis 24/10/2023

06/10/2023

Naha

07/10/2023

Zamami-jima

09/10/2023

Okinawa-Honto

12/10/2023

Ishigaki

16/10/2023

Iriomote

Wegen schlechten Wetters wurde unsere Fähre nach Iriomote, das noch ein bisschen näher an Taiwan liegt, kurzfristig storniert. Wir mussten uns am Hafen ein neues Ticket besorgen. Das Boot fuhr einen anderen Hafen am gegenüberliegenden Ende der Insel an. Dort haben wir den nächsten Mietwagen genommen und mussten dann einmal um die ganze Insel herum.

Auf Iriomote ist in den Siebzigerjahren eine kleine, endemische Wildkatzenart entdeckt worden, die seitdem heilig gesprochen wurde. Da es nur noch an die 100 Exemplare davon gibt, haben alle Angst eine zu überfahren. Daher ist man von den halsbrecherischen 50 km/h der Nachbarinseln auf Tempo 40 gegangen Damit man seine Verantwortung zwischen den zahlreichen Tempolimit-Schildern nicht vergisst, wurden noch unzählige spezielle Katzenschilder mit weiteren Warnungen aufgestellt. (Im Souvenir-Shop am Hafen gibt es sogar Socken mit der Katze und einem Tempo 40 Schild)!

Die Insel ist noch viel leerer als Ishigaki. Eigentlich ist fast nichts bebaut oder erschlossen. Die (eine) Straße führt noch nicht mal ganz herum, die Südwestküste ist unerschlossen. Im Inland gibt es nur dichten, grünen Dschungel, in den Küstengebieten wachsen Mangroven. Obwohl es eine hübsche Gegend ist, war die langsame Fahrt unerträglich. Man schläft am Steuer fast ein - und dann überfährt man erst recht eine Katze.

Nach einer Ewigkeit waren wir bei unserem Hotel Ti Na Kalu angekommen. Unser Wirt war sehr liebenswürdig und hat uns für den Abend ein Restaurant seiner Wahl reserviert.

Vorher haben wir es uns noch am nahe gelegenen Tsukigahama Strand gemütlich gemacht. In einer großen Bucht erstreckt er sich in einem perfekten, endlosen Bogen. Malerische Felsen liegen im Meer davor, ein dichter Wald kommt bis an den Strand. Leider war das Wetter etwas zugezogen, so dass das Wasser etwas weniger als sonst gestrahlt hat.

Abends hat unser Wirt seinen Service noch erweitert und uns mit seinem Auto zum Restaurant gefahren. Nach dem leckeren Abendessen hat uns der Restaurantbesitzer dann nach Hause gefahren. Das schien durchaus üblich zu sein (auch bei anderen), und war sehr praktisch, da bei weitem nicht jeder ein Auto hat.

17/10/2023

Auch zum Frühstück hat sich unser Wirt schwer ins Zeug gelegt und ein üppiges, echt japanisches Frühstück gezaubert: Suppe, Reis, Sashimi, gebratener Fisch, Tofu, Algen und furchtbarer Kaffee. Danach wurden wir informiert wo wir am Abend essen würden und wann wir hingefahren werden. Die beste Entspannung ist doch, wenn man sich um nichts kümmern muss.

Nicht weit von uns mündet der Uraichi Fluss ins Meer. Der größte Fluss von ganz Okinawa fließt ruhig (man sieht es kaum) durch einen schönen Dschungel und wird immer breiter und speist im Unterlauf Mangrovenwälder. Mit dem Boot sind wir einige Kilometer flussaufwärts gefahren. Dort kann man eine schöne Wanderung durch einen Wald machen. Der Weg führte zu zwei kleinen Wasserfällen. Außer uns und zahllosen Schmetterlingen waren nur ein paar andere Touristen unterwegs. In einem Kajak haben wir den Ausflug noch etwas verlängert und sind in die Mangroven gepaddelt.

18/10/2023

Bei tollem Wetter sind wir nochmal zu unserem Lieblingsstrand Tsukigahama gefahren. Bei Sonnenschein war es natürlich noch viel schöner.

Später sind wir fast in Schritttempo ans Ende der Straße gefahren. Wir waren so durchentspannt, dass sich Tempo 40 übertrieben hektisch anfühlte. Jeder kennt ja die Geschichten über die Leute in Okinawa, die überdurchschnittlich alt werden. Man fragt sich natürlich woran es liegt. Am vielen Fisch? Am guten Wetter? Nach der Fahrt kam uns der Gedanke, dass es vielleicht dieselbe Entspanntheit ist, die man braucht um einfach mal 35 zu fahren wo 40 erlaubt ist.

Jedenfalls liegt am Ende der (einen) Straße ein kleiner Hafen, von dem aus man zu einem entlegenen, noch kleineren Hafen übersetzen kann. Einen Spaziergang davon entfernt ist der wunderschöne Ida Beach. Da waren tatsächlich mal ein paar Leute - aber auch nur, weil sie nicht weg konnten. Normalerweise schauen sich die Japaner einen Strand nur kurz an, suchen eine Muschel und fotografieren einen Einsiedlerkrebs und weiter geht’s. Aber in Ida muss man zwei Stunden auf das nächste Schiff warten. Die Zeit kann man gut zum schnorcheln nutzen. Dabei sind wir einer Meeresschildkröte begegnet. Und über Wasser haben wir das herrlich tropische Panorama genossen.

19/10/2023

Wir haben einen Ausflugstag eingelegt, um die Strandgammelei abzumildern. In einer kleinen Gruppe sind wir mit Kajaks durch Mangrovenflüsse zum höchsten Wasserfall der Insel gepaddelt. Klingt romantisch, aber auf dem Fluss war Stau, so viel war los. Schön war es aber trotzdem, wie nach einer Biegung über den gefluteten Wäldern der Wasserfall wie ein weißer Bart von einer hohen Klippe fiel. Eine nette Wanderung war auch im Programm. Laut Aussagen des Guides schien so gut wie alles im Wald giftig zu sein: Eine falsche Mango, die bei Berührung tötet, Holz, das beim Verbrennen giftigen Rauch verströmt, Beeren, Blätter… gut, dass es außer Schmetterlingen (und der Katze) kaum Tiere gibt.

Am Nachmittag sind wir auf einem Boot zum Schnorcheln rausgefahren. Wir waren mal wieder zu faul zum tauchen. Aber die zwei Schnorchel-Stellen waren sehr lohnenswert. Es gab Schildkröten, Seeschlangen und jede Menge bunte Fische, die zwischen den Korallen ihren Geschäften nachgegangen sind.

Vor der Küste Iriomotes liegt eine seltsame kleine Koralleninsel. Meistens steht sie unter Wasser, nur bei Flut ragt sie mal ein paar Zentimeter heraus. Auch wenn das einfach eine Untiefe ist, war es doch sehr eigenartig mitten im Meer von Board zu gehen und im knietiefen Wasser zu stehen. Die Farben des Meeres rund herum waren einmalig.

19/10/2023

Mit Iriomote hatten wir den entferntesten Punkt unserer Reise erreicht und es wurde leider langsam Zeit, den langen Rückweg anzutreten, der uns nochmals durch alle bisherigen Stationen führen würde.

Die Überfahrt nach Ishigaki hatten wir auf den späten Nachmittag gelegt, um vorher noch etwas Zeit am Meer zu haben. Unser Hotelvater (auch eine One-Man-Show - vielleicht ist das lebenslange Arbeiten das Geheimnis des Alterns?) hat sich seinen Geheimtipp für „my best beach" für den letzten Tag aufgehoben und uns einen Weg zu einer nahe gelegenen Bucht erklärt.

Am Mimikiri Beach haben wir dann den letzten Tag vollkommen alleine in der wunderschönen, kleinen Bucht verbracht. Dorthin verirrt sich offenbar niemand (mit Ausnahme eines Schnorchlers, der wie eine Halluzination mit Hut auf dem Kopf um eine Klippe schwamm, aus dem Wasser stieg und grußlos im Wald verschwand). So wenig man Japan mit tropischen Stränden verbindet, so wenig Beach Life gibt es auch. Wenn man die zugegeben schlechte Erreichbarkeit nicht scheut, kann man in Iriomote wirklich toll entspannen. Nach einer Fünftageskur kann man sogar stressfrei langsam Auto fahren.

20/10/2023

Ishigaki (slight return)