Philippinen 2005/2006
Philippinen Karte

26. Dezember 2005

Hong Kong

Nach schlappen 11 Stunden Flug mit Cathay, die den Emirates Airlines den Rang abgelaufen haben, hatten wir endlich die Gelegenheit unsere Vorstellung von Hong Kong, dem "duftenden Hafen", mit der Realitaet abzugleichen. Wir haetten kaum weiter daneben liegen koennen. Zumindest gibt es wohl keinen Ort, an dem mehr Hochhaeuser stehen (und nicht nur schoene). Am liebsten gleich aneinander, so dass die Fenster nicht mehr aufgehen. Damit die Architekten nicht zu viel zu tun haben, werden die Plaene einfach kopiert, so dass es eigentlich nur 3 verschiedene Sorten gibt, die aber jeweils 100 mal.

Gluecklicherweise war hier fuer uns schon alles organisiert: Flughafentransfer, Hotel, Stadtrundfahrt. Nach der durchwachten Nacht haben wir uns auf ein, zwei Stuendchen Sight-Seeing im Bus gefreut, um uns einen Ueberblick machen zu koennen. Leider handelte es sich bei der Stadtrundfahrt um einen halbtaegigen Stadtrundgang. So haben wir schon am Abend des ersten Tages - inkl. MoDingsbums-Tempel, Peak-Bahn, Boetchenfahren in Aberdeen und Shoppen in Stanley - alles abgehakt, was wir machen wollten. Dafuer sind wir schon auf der Rueckfahrt vom letzten Highlight ins Koma gefallen.

Nach zig Stunden Schlafnachholen in unserem kleinen klimatisierten Hotel-Kuehlschrank mit Blick auf Hinterstrassen-Ruinen hatten wir am Sonntag endlich unseren freien Tag. Den haben wir mit leidenschaftlicher Nutzung der vielfaeltigen, oeffentlichen Verkehrsmittel verbracht, die die Koelner mit ihren Verkehrsbetrieben vor Neid erblassen lassen: Echte U-Bahnen, doppelstoeckige Bimmelbahnen, Doppeldeckerbusse, Schiffe, etc.. Damit sind wir gut herumgekommen und konnten noch ein paar Tempelchen besuchen, die im Uebrigen sehr beliebte Orte fuer Vergiftungen der Atemwege sind, weil die aberglaeubischen Eingeborenen hier alles verbrennen, was Feuer faengt. Natuerlich haben wir das Warenangebot jedes Strassenmarktes geprueft, ob nun Fisch oder Hello Kitty angeboten wurde. Besonders huebsch war der Vogelmarkt, auf den Alt und Jung ihre singenden Voegel zum Angeben oder Verkaufen schleppen. Kroenender Abschluss war die Hong Kong Lightshow, die schon nach wenigen Minuten bei einer jungen Chinesin eine Ohnmacht ausloeste. Das kann man dem unbedarften Kommunistennachwuchs angesichts dieser konzertanten Energieverschwendung auch nicht uebelnehmen.

27. Dezember 2005

Nach Manila

Heute haben wir den Weihnachtslieder singenden Hochhaushaufen Hong Kong verlassen, um unserem eigentlich Reiseziel etwas naeher zu kommen. Einmal mehr hat Cathay Pacific unsere hohen Erwartungen uebererfuellt: Wegen Ueberbuchung war fuer uns leider nur noch etwas in der Business Class frei. Zu schade, dass der Flug nur zwei Stunden dauerte, sonst haetten sie uns vielleicht noch ein Steak und mehr italienische Weine angeboten.

Manila hat diesen Eindruck leider zunichte gemacht, indem es uns mit starkem Regen, langen Warteschlangen, unfaehigen Angestellten und vor allem einem ortsunkundigen Taxi-Fahrer begruesste. Wir mussten ihn ein paar mal zu U-Turns ueberreden, aber schliesslich sind wir doch im Townhouse Hotel angekommen. Morgen geht es, wenn nicht alle anderen auch in die falsche Richtung fahren, nach Pagsanjan, wo wir eine Bootsfahrt durch den Dschungel unternehmen wollen.

PS: Frohe Weihnachten nachtraeglich!

28. Dezember 2005

Pagsanjan

Der Weg nach Pagsanjan hat sich als relativ anstrengend erwiesen. Im Ort selbst ist jeder mit einem Hotelbetreiber verwandt, weshalb wir viele verschiedene Gruende hoeren konnten, weshalb die Unterkunft, die wir uns ausgesucht hatten, nicht gut waere. Wir waren die einzigen Gaeste. Dafuer lag das Hotel direkt am Fluss und war mit einem netten Garten ausgestattet. Im zugehoerigen Restaurants gab es nur weder Cola, Bier noch Chicken, sondern nur Eistee und Sandwiches.

Die Bootstour am naechsten Morgen hat sich allerdings wirklich gelohnt. Eine Stunde ging es in einem Einbaum durch eine schmale, steile Schlucht, deren Haenge wild von Urwald bewachsen und von kleinen Wasserfaellen durchzogen sind. Die beiden Ruderer haben uns durch kleine Stromschnellen hoch- und runtergeschleppt. Das Finale bestand im famosen Bamboo Ride: Auf einem Bambusfloß wurden wir ein paar Meter weit, uninformiert und voll bekleidet genau unter einen Wasserfall geschippert.

Mit nassen Klamotten haben wir anschließend den Weg nach Mindoro zum Big La Laguna Beach angetreten. Dabei sind wir in den Genuss gekommen, jedes nur erdenkliche oeffentliche Verkehrsmittel benutzen zu koennen: Tricycle, Jeepney, Bus und Boot.

31. Dezember 2005

Big La Laguna Beach

Am Big La Laguna Beach haben wir trotz Belagerung durch Hoteleigentuemer-Verwandten eine sehr huebsche Huette gefunden. Der Strand ist zwar nicht riesig, aber hier laeßt es sich erstmal eine Weile aushalten. Das Zimmer hat nicht nur eine Kochzeile und einen kaputten Fernseher, sondern auch eine kleine Terasse mit Meerblick. Die Stufen enden im Strand; sehr huebsch.

Der erste Schnorchelausflug an zwei Felsen vor unserer Bucht hat das Meer hier als vielversprechendes Tauchrevier ausgewiesen. Morgen werden wir uns auch mit Luftflaschen unter Wasser wagen.

Jetzt warten wir noch auf das Neue Jahr und sind gespannt, ob die knallwuetigen Einheimischen unsere Huette in die Luft jagen.

Frohes Neues Jahr!

02. Januar 2006

Guter Start: Sonne & Tauchen

Wir haben Glueck gehabt: die Huette steht noch. Das liegt aber weniger an der hier verballerten Menge Sprengstoff, sondern vielmehr an der Ungeduld der Leute, die ihr Pulver schon ueber den ganzen Tag verteilt verschossen hatten. Um Mitternacht blieb gerade noch genug fuer ein schoenes kleines Feuerwerk.

Das neue Jahr haben wir mit einem Tauchgang direkt in unserer kleinen Bucht begonnen. Der erste Eindruck, den wir beim Schnorcheln gewonnen hatten, hat sich bestaetigt! Es gibt hier zwar nichts großes zu sehen, dafuer sind die kleinen Tiere um so schoener. Endlich konnten wir einen Blick auf einen winzigen Gelbbraunen Kofferfisch werfen. Bei einem weiteren Tauchgang heute haben wir zwei Wracks umtaucht, in deren Naehe es Anglerfische, Drachenkoepfe und Seepferdchen gab.

Ansonsten lassen wir uns die meiste Zeit am Strand von der Sonne austrocknen oder von kleinen Regenguessen erfrischen. Dementsprechend verschieben wir unsere Abreise immer weiter nach hinten.

05. Januar 2006

Noch mehr Mindoro

Weil wir immer noch faul sind und am Strand liegen wollen, haben wir die außerst beschwerliche Tour zu den Reisterassen im Norden gestrichen und sind immer noch am Big La Laguna Beach.

Beim letzten Tauchgang konnten wir einen lang gehegten Wunsch erfuellen und einen Blick auf Zwergseepferdchen werfen: Die elenden Viecher waeren gut sichtbar gewesen, wenn sie wenigstens so groß wie ein Fingernagel waeren. Stattdessen sind sie noch kleiner und verstecken sich in einem Korallenfaecher in 30m Tiefe. Wegen der starken Stroemung konnten wir nur kurz vor ihrem Habitat herumstrampeln - gerade lang genug, um sie zu entdecken. Fotos von diesen Seepferdchen anzusehen ist ein lohnenswerterer Zeitvertreib.

Als unangenehmen Nebeneffekt hat Ali einen ordentlicher Schnupfen mitgenommen. Deshalb haben wir hier keine weiteren Tauchgaenge unternommen. Um die daraus entstehende Eintoenigkeit des Strandlebens zu mildern haben wir einen Ausflug zum Talipanan Beach gemacht. Im Reisefuehrer wird er Reisenden empfohlen, die es ruhiger moegen. Tatsaechlich ist es dort dermaßen ausgestorben, dass man von laengeren Aufenthalten dort absehen sollte. Dafuer gibt es dort bei Luca leckere Pizza.

06. Januar 2006

Manila

Wir haben uns endlich losgerissen und sind mit einem haufen verachtungswuerdiger Sextouristen von Mindoro zuerst mit einem großen Auslgerboot und dann mit einem Bus zurueck nach Manila gereist. Die Verbindung hat reibungslos funktioniert und uns mitten in Metro Manila, genauer in Ermita, ausgespuckt.

Dort haben wir uns ein einfaches und zweckmaeßes Hotel fuer eine Nacht genommen und sind zu einem ausgedehnten Spaziergang durch den winzigen sehenswerten Teil der Monsterstadt aufgebrochen. Im Rizal-Park kann man zwar vor allem Beton bewundern, in einem versteckten Winkel gibt es aber einen wunderschoenen Orchideen- und Schmetterlingsgarten. Die kleine Flaeche ist liebevoll angelegt und die Schmetterlinge scheinen mit Anabolika und Sedativa nicht nur riesig zu werden, sondern sitzen auch so still, dass man mit der Kamara dagegenstoßen muss, bevor sie wegfliegen.

Anschließend sind wir durch Intramuros, den alten und geschichtstraechtigen Stadtkern, gelaufen. Dort wird man an Antigua Guatemala mit seinen patinierten Haeusern und Patios erinnert. Am Nordende zwischen Kueste und Pasig befindet sich das Fort Santiago, das nicht nur den spanischen Eroberern, sondern im Zweiten Weltkrieg auch dem US General MacArthur als Festung diente. Von dort aus hat man einen schoenen Blick in die Slums, die bis ans gegenueberliegende Ufer des Pasigs herangewachsen sind.

"Intramuros" bedeutet "innerhalb der Mauern" und so ist das ganze Viertel auch von einer praechtigen Mauer umgeben. Die außenliegende Grasflaeche wird absurderweise als Golfplatz verwendet. Auf der anderen Seite des Zauns hausen Arme im Muell.

Muell wird am Stadtstrand von Manila auch anstelle von Sand verwendet, was die Einhimischen weder vom Schwimmen abhaelt, noch ihre Laune beim Sonnenuntergang am Baywalk truebt. Wenn es so dunkel geworden ist, dass man den Muell ausblenden kann, wirkt die Abendstimmung neben der palastaehnlichen US-Botschaft tatsaechlich malerisch.

Abends haben wir in einem sehr eleganten indischen Restaurant gegessen. Da der Reisefuehrer nur vom Essen und nicht vom Ambiente schwaermte, waren wir die einzigen Gaeste in kurzen Hosen und Sandalen. Vom letzten indischen Restaurant in Hong Kong, das in einem geschlossenen Einkaufszentrum Koestlichkeiten auf Plastikgeschirr lieferte, hatten wir uns wohl beeinflussen lassen.

07. Januar 2006

Nach Sabang (Palawan)

Natuerlich wollten wir nicht allzu lange in Staedten bleiben und haben uns wieder auf den Weg gemacht. Mit dem Flugzeug sind wir von Manila nach Puerto Princesa, der Hauptstadt der Insel Palawan, geflogen. Von Puerto Princesa mussten wir ein Jeepney bis zum Dorf Sabang nehmen.

Den ersten Rueckschlag erhielten wir an der Jeepneyhaltestelle, weil wir 2 Stunden warten mussten. Als es dann endlich so weit war, haben wir mit einigen anderen die Karre erwartungsvoll gestuermt. Ueber eine Stunde lang passierte dann aber nichts mehr, außer dass immer mehr Leute kamen und sich mit hineingequestscht haben. Das erste Nahziel des Jeepneys war dann die Tankstelle gegenueber. Dort wurde nicht nur genueßich getankt, sondern auch die erste Pinkelpause gemacht. Außerdem wurden alle Kinder mit Leckeis versorgt. Naechster Stopp war leider schon wieder ein paar Meter weiter, wo wir erst warten mussten und anschließend riesige Eiskloetze aufs Dach geladen bekamen.

Nachdem die Jeepney-Crew so eine knappe Stunde lang Kleinkram erlidgt hat, ging es dann endlich los. Die Fahrt dauerte, wie erwartet, drei Stunden und fuehrte 50 km groeßtenteils ueber eine Schotterpiste. Das waere nicht so schlimm gewesen, wenn sich nicht nach ein paar mehr Stopps ueber 40 (!) Menschen allein im Innenraum gesammelt haetten. Der untere Meter des Wagens war vollstaendig von Kindern, Gepaeck und Muell ausgefuellt. Leider haben die Einheimischen das Jeepney auch zum Transport von altem Fisch missbraucht. Am Schluss war es so eng, dass sich niemand mehr bewegen konnte, die Leute durchs Fenster aussteigen mussten, Kinder auf anderen Menschen (z.B. uns) schliefen und kein Licht mehr durch die Fenster drang.

Nach fast 12 Stunden sind wir endlich in Sabang angekommen, das aber schon auf den ersten Blick die Muehen entschaedigen konnte. Die große Bucht mit ihrem endlosen Strand wird von starkem Wellengang bedraengt und Wind schuettelt die Palmen. Direkt dahinter beginnt der Urwald.

09. Januar 2006

Sabang

Wir haben den beschwerlichen Weg nach Sabang angetreten, weil es hier in der Naehe einen unterirdischen Fluss gibt, der natuerlich auch zum Weltnaturerbe gehoert.

Mit ausreichend Wasser ausgeruestet sind wir zu Fuß dorthin aufgebrochen. Der Weg fuehrt zuerst ueber den Monkey-Trail und spaeter ueber den Jungle-Trail. Drei Stunden lang sind wir, tatsaechlich ueber Stock und Stein, durch diesen tollen Urwald gelaufen. Parkleitung hat sich zwar die Muehe gemacht sehr viele Baeume mit kleinen Schildchen zu versehen, damit der Wanderer auch was ueber die Natur lernt; beim naechsten mal sollten sie keinen wasserloeslichen Stift verwenden.. Dennoch hat sich die schweisstreibende Wanderung gelohnt. Ohne einem einzigen Menschen zu begegnen sind wir von Zikadenarmeen begleitet durch die Hitze gestapft.

Der Underground River selbst ist auch eine schoene Attraktion. Auf einem kleinen Boetchen sind wir 1,5 km ueber den Fluss in die Hoehle vorgedrungen. Insgesamt ist der Fluss ueber 6 km weit erforscht. Im vorderen Teil konnten wir neben einer Unmenge von Fledermaeusen beeindruckende Felsen von der Decke haengen sehen. An einer Stelle hebt sich die Decke der Hoehle bis zu 65 m Hoehe an. Erschoepft vom Hinweg haben wir uns zurueck mit einem Boot fahren lassen.

11. Januar 2006

Coron

Nach einem weiteren Reisetag mit Jeepney, Flugzeug, Tricycle und am Schluss noch einem Boetchen sind wir endlich in Coron angekommen. Unsere Unterkunft liegt auf einer winzigen Insel vor der eigentlichen Stadt in einer malerischen Bucht. Mit einem Kayak kann man hier die umliegenden Mangroven-Waelder erkunden.

Die groeßte Festland-Attraktion ist ein Huegel hinter dem Ort, auf den eine endlose Treppe fuehrt, und den ein haessliches großes Kreuz schmueckt. Von dort aus hatten wir bei Sonnenuntergang einen tollen Blick ueber die Bucht mit ihren vielen kleinen Inselchen.

Ab Morgen werden wir uns wieder den Unterwasser-Attraktionen widmen. Das sind hier vor allem Wracks.

PS von Ali:
Vielen Dank fuer Eure Anteilnahme am Aelterwerden! Ueber Eure Glueckwuensche und Nachrichten habe ich mich sehr gefreut.

15. Januar 2006

Nach Malapascua

Wir mussten mal wieder in aller Fruehe los: Um sechs Uhr konnten wir auf der ersten kurzen Etappe von unserer kleinen Insel nach Coron City einen tollen Sonnenaufgang erleben. Anschließend sind wir von einem Jeepney zum winzigen Flughafen von Busuanga gekarrt worden und nach Manila geflogen. Dort konnten wir wieder ein paar Stunden am Domestic Airport verbringen, bevor wir nach Cebu weiterfliegen konnten. Vom Flughafen aus sind wir mit einem Taxi drei Stunden lang die Insel bis ans Nordende entlanggefahren und haben bei Sonnenuntergang ein Schiff fuer die Ueberfahrt nach Malapascua angeheuert.

Gluecklicherweise haben wir dort beim ersten Hotel eine Huette bekommen.

18. Januar 2006

Malapascua

Bei hellem betrachtet wirkt die Insel noch kleiner als bei unserer naechtlichen Ankunft. Leider haengt hier zum ersten mal eine dichte Wolkendecke vor der Sonne. Als Trostpflaster gibt es hier ein sehr gutes italienisches Restaurant und viele Highlights unter Wasser.

Wir haben die Tauchsaison mit einem Nachttauchgang eroeffnet und konnten dabei endlich die heiß ersehnten Mandarin-Leierfische und massenweise – diesmal mit bloßem Auge erkennbare – Seepferdchen von unserer Wunschliste streichen. Bei unseren Tagestauchgaengen war die Sicht zwar nicht so berauschend, dafuer gibt es hier riesige Sepien, Anglerfische, Porzellankrebse und Haie, die wir bei der Unterquerung einer kleinen Insel in einer Hoehle beobachten konnten.

Nach Cebu

Die letzten Tage auf den Philippinen haben wir in aller Ruhe mit Nichtstun, Spaziergängen auf den Irrwegen im Inselinneren und regelmäßigen Huldigungen an das italienische Restaurant verbracht. Leider konnten wir auch den Preis für die schlechtesten Cocktails der Welt verleihen.

Der Rückreisetag selbst war von vornherein dazu bestimmt, die gesamte Erholung der vergangenen Wochen zunichte zu machen. Um halb sechs morgens sind wir im Schein unserer Taschenlampe schwer bepackt zum Strand marschiert und zum letzten Mal mit einem der unvermeidlichen Auslegerboote in See gestochen. Während der halbstündigen Überfahrt konnten wir die Sonne aufgehen sehen. Da die Filippinos kein besonderes Engagement an den Tag legen, Anlegerstege zu bauen, oder Fahrrinnen auszubaggern, geht das Ab- und Anlegen mit den Auslegerbooten immer mit ewigem Manövrieren mit langen Bambusstangen einher. So sah dann auch unser Abschied von der Visaya-See aus. Nur pures Glück hat Schlimmeres verhindert, als wir bei Wellengang über die Hühnerleiter ans Festland gingen.

Der Fahrer für die Strecke zurück nach Cebu ist wohl schon am Vorabend nach Maya gefahren, wo er uns schlafend in seinem Wagen erwartete. Nach drei Stunden Fahrt, nur noch 20 Minuten vom Flughafen entfernt, hat uns das Glück in Form einer Schraube verlassen, die plötzlich ihren angestammten Platz in der Bremse aufgab. Hier konnten die Philippinen mit einem ausgeprägten Talent für Notbehelfe und spontane Einsatzbereitschaft glänzen: Unser Fahrer hat keine Sekunde gezögert und den Reifen abmontiert, um dem Problem näher zu kommen. Als das Problem feststand ist ein vom Straßenrand herbei gepfiffener Bursche mit einer Hand voll Kleingeld losgerannt, um Erstatz für die Schraube zu besorgen. Dicke und Länge wurden grob mit dem Finger gemessen. Tatsächlich sprang er nach einiger Zeit mit einer passenden Schraube von einem vorbeifahrenden Jeepney. Die restlichen Meter zum Flughafen verliefen ruhig.

21. Januar 2006

Hong Kong

Nach vielen Stunden Warterei und dem ersten Flug sind wir mal wieder in Hong Kong gelandet. Um die Langeweile der acht Stunden Wartezeit bis zum Anschlussflug zu mildern, haben wir uns vorgenommen, den großen sitzenden Buddha vom Po Lin Kloster zu besichtigen – genaugenommen ist es sogar der größte freisitzende Buddha der Welt.

In einem alten Taxi mit einem noch viel älteren Taxifahrer haben wir auf Umwegen Lantau durchquert. Das Kloster schien auf der Karte gar nicht so weit vom Flughafen entfernt zu sein. Die Insel erwies sich jedoch als sehr bergig, so dass wir erst von einer Küste zur anderen fahren mussten, bevor in die Mitte gelangten. Im Gegensatz zum urbanen Teil Hong Kongs sind die bewaldeten Hügel Lantaus kaum besiedelt; nur eine enge Landstraße verbindet hier die Dörfchen. Dafür gibt es auf der Südseite einen schönen Sandstrand und auf dem weiteren Weg zum Kloster das aufgestaute Trinkwasser-Reservoir - der unbeliebte Platz am Fuß des Damms beherbergt ein riesiges Zuchthaus.

Zum Buddha selbst haben wir es nur knapp vor Torschluss geschafft. Dennoch blieb uns Zeit, ein Blick in das Kloster zu werfen und die lange Treppe zur großen Lotusblüte hochzusteigen, in der der Erleuchtete Platz genommen hat. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Hügel und das Meer, in das der wolkenverhangene Himmel nahtlos überzugehen schien.

Für den Rückweg hatten wir wesentlich mehr Zeit. Daher haben wir uns für den Bus entschieden, in dem wir fast eine Stunde mit einer Unmenge beharrlich schweigender Chinesen zusammengepfercht saßen.