Slowenien 2020

11/09/2020 bis 25/09/2020

11/09/2020

Bled

Unser Slowenien-Trip ist in Klagenfurt gestartet. Das ist zugegebenermaßen so wenig slowenisch wie es klingt. Aber die Flugverbindung von Köln ist besser und Mietwagen gibt es auch hier. Wir haben ein Fiat 500 Cabrio bekommen und sind direkt „oben ohne“ Richtung Grenze in die Berge gefahren.

Zum Loiblpass schraubt sich die Straße immer steiler hoch. Die österreichischen Grenzer haben sich nicht für uns interessiert. Auf slowenischer Seite hat der deutsche Personalausweis von weitem gereicht. Corona hat Schengen also noch nicht niedergerungen.

Bled ist ein alter Badeort an einem kleinen See. Die Lage ist einmalig schön. Mitten im See hockt ein Kirchlein malerisch auf einem winzigen Inselchen. Oberhalb der Stadt thront eine Burg auf einer nackten Klippe, senkrecht über dem See.

Zu unserer Überraschung wurde viel gebadet. Das Wasser war spürbar unterhalb der Wohlfühltemperatur, aber nach einem Sonnenbad unheimlich erfrischend.

Wir hatten eine schöne Unterkunft mit „Glamping“-Zelten an einem kleinen Bach. In der Holz- und Tuchkonstruktion stand ein richtiges Bett - und ein Heizlüfter, der uns erst gewärmt und dann fast erstickt hat.

Man kann ganz entspannt um den See spazieren und findet immer wieder noch schönere Blickwinkel auf die Szenerie. Den besten hat man von einem steilen Hügel aus, der ein paar hundert Meter höher liegt. Auf dem See kreuzen friedlich Ruderboote und Standup-Paddler (SUP), motorisierte Schifffahrt wurde verboten. Stattdessen werden ständig Hubschrauberrundflüge über dem See gemacht…

Eine kurze Autofahrt entfernt liegt die Vintgar-Klamm. Durch die schmale Schlucht hat sich ein türkis schimmerndes Flüsschen gegraben. Es hing noch ein feiner Morgennebel über dem Wasser und hat der Schlucht eine zauberhafte Atmosphäre verlieren - die schnell von den drängelnden Touristen vertrieben wurde, die sich über die schmalen Stege entlang der Wand schoben.

Den Sonntag Nachmittag haben wir mit einem geliehenen SUP auf dem See verbracht. Etwas wackelig haben wir es auf das Inselchen von Maria Himmelfahrt geschafft. Von der Kirche aus führt eine große Treppe bis zum Wasser. Dort haben wir zusammen mit ein paar anderen Paddlern die Sonne genossen. Die heimliche Hauptattraktion der Insel ist allerdings nicht das Kirchlein, sondern die köstliche Eisdiele nebenan.

14/09/2020

Bohinj

Ein paar Täler hinter Bled liegt der Bohinj-See (Wocheiner See). Wir haben den Hinweg für eine Wanderung genutzt. Hinter dem kleinen Ort Stara Fuzina, der fast am See liegt, beginnt eine Mautstraße in die Berge. Auf 1100m liegt die Vogar-Hochebene. Auf einer Rundwanderung sind wir durch schöne, recht heimisch anmutende Wälder gekommen und später über ausgesetzte Felsen die letzten Meter zum 1761m hohen Pršivec hoch gekraxelt. Die umliegenden Berge sind noch alle baumbestanden und im Tal schimmert der große Bohinj-See in der Sonne. Etwas weiter konnten wir uns auf einer kleinen Almhütte mit slowenischem Radler belohnen.

Der Weg zu unserer Unterkunft „Planinski Dom Savica“ führte am See entlang. Auch von nahem war er hübsch mit seiner grünen Farbe und den dichten Tannenwälder an den umliegenden Hängen. Die Berge sind auch schon höher als in Bled. Aber ohne Kirche in der Mitte wirkte er gegen den Bleder See geradezu langweilig. Der „Slap Savica“ (Savica-Wasserfall) ist ein beliebtes Ausflugsziel und unser Hotel war bis vor kurzem auch nur ein Restaurant. Jetzt gibt es auch ein paar Zimmer. Das Restaurant macht schon um 17:30 Uhr zu. Aber nach fast 5 Stunden wandern waren wir früh genug hungrig und müde, um uns daran nicht zu stören.

Am nächsten Morgen sind wir nach einem guten Frühstück wieder zum See aufgebrochen. Mit dem Mietwagen wird schnell klar, was die slowenische Wirtschaft wirklich antreibt: Parkplätze. Jeder Flecken am See, auf dem man ein Auto abstellen könnte, hat eine Schranke bekommen. Die Parkuhr dreht sich fast so schnell wie in der Kölner Innenstadt.

Der Spaziergang um den See war etwas unspektakulär. Hier kommen die Leute zum Baden hin. Als Wanderer gibt es nicht viel zu entdecken. Wir haben uns daher nach der Hälfte in einen Bus gesetzt und sind am Ausgangspunkt aufs Kanu umgestiegen.