Die letzten Kilometer der Garden Route haben uns nach Port Elizabeth gebracht. Das war wieder sehr „abwechslungsreich". Erst kurz vor PE ist das Hohe Venn einem etwas tropischeren Bewuchs gewichen. Von dort aus sind wir nach Norden ins Inland abgebogen um zum Addo Nationalpark zu kommen.
Aus Sicherheitsgründen sollte man den direkten Weg meiden und einen Riesenumweg außen an drei Seiten des Parks vorbei fahren. Wir waren früh dran und sind stattdessen einfach durch den Park gefahren, weil wir im letzten Moment entdeckt hatten, dass es neben dem Haupteingang im Norden auch ein Südtor gibt.
Daher standen wir mit unserem schwachbrüstigen, kleinen Renault plötzlich in einer Schlange Monster-Trucks, die auf den ersten Blick etwas geeigneter für die Angelegenheit zu sein schienen. Im Nachhinein muss man aber sagen, dass die Schotterpisten ganz ordentlich waren – insbesondere, wenn man ohnehin nur im ersten Gang unterwegs ist. So sind wir einige Stunden höchst konzentriert mit ausgetrockneten Augen durch den Addo’schen Busch gefahren und haben Wildschweine, Antilopen, Zebras, Elefanten und auch kleineres Getier und Gefieder am Straßenrand entdeckt. Das war das erste Mal, dass wir eine Safari selbst gefahren sind. Zuerst dachten wir, dass man dabei kaum etwas sehen würde. Aber eigentlich hat es sich als ziemlich gut herausgestellt, weil wir solange scharfstellen konnten, wie wir wollten.
Am späten Nachmittag haben wir im Norden aus dem Park herausgefunden und sind so auf dem längstmöglichen Weg von PE in Addo angekommen, wo wir in einem sehr schönen Hotel mit pseudo-traditionellen Rundhütten untergekommen sind (zumindest liegt der Verdacht nahe, dass die echten Hütten keine Duschen hatten). Das ebenso schöne angegliederte Restaurant konnten wir erst am nächsten Morgen wirklich würdigen, da beim gesamten Abendessen der Strom abgestellt war und sogar die Küche nur vom Kerzenschein und ein paar Notlampen erhellt wurde.
19/12/2022
Wir sind auf diesem Trip unserem eigenen Plan häufig etwas voraus gewesen. Eigentlich stand erst heute eine Safari im Addo-Park auf dem Programm. Diesmal sind wir in einem organisierten Safari-Fahrzeug mitgefahren. Der Fahrer hat versucht, seine wortkargen Erläuterungen durch jeweils zweimaliges Wiederholen jeder Meldung zu kaschieren. Damit konnte er natürlich nur die Holländer blenden, die nicht schon am Vortag alles gesehen hatten.
Man muss zugeben, dass wir mehr Elefanten gesehen haben. Aber der Fokus des Fahrers lag doch etwas stark auf großen Viechern. Die Guides haben eine WhatsApp-Gruppe, in der sie sich gegenseitig erzählen, wo der Park-Löwe gerade schläft und wo die Elefantenkinder gerade spielen. Das hat dazu geführt, dass wir sehr lange und sehr schnell durch den Park gefahren wurden - vierter Gang, mindestens! Wir wurden mit einem beigen Fleck ein paar hundert Meter entfernt belohnt, vom dem uns drei Mal versichert wurde, dass es der Löwe sei. Mit einer Menge zoomen konnten wir das sogar bestätigen - als einzige wohlgemerkt, da jeder andere im Auto nur mit seinem Handy fotografiert hat. Alles in allem waren wir froh, dass wir am Tag vorher schon mal in Ruhe selbst gefahren sind.