Von Tangkoko sind wir durch die wenig reizvolle Industriestadt Bitung gefahren. Es war Sonntag und die Menschen trugen ihre schönsten Kleider in die hässlichsten Kirchen. Die Küstenlinie war mit großen Silos und gammeligen Hafenanlagen zugebaut. Hinter der Stadt an einem schwarzen Strand wartete schon ein Boot, um uns auf die gegenüberliegende Insel Lembeh zu bringen.
Die Fahrt dauerte nur zehn Minuten. Die Straße von Lembeh ist ein schmaler Streifen, der auch als Fluss durchgehen würde. Das Gewässer war voll von rostigen Frachtern in unterschiedlichen Stufen des Verfalls. Das K2 Lembeh Dive Resort war in einem Garten angelegt, der auf einem steilen Grundstück über dem Ufer lag. Nebenan war ein Schiffsfriedhof und die hübschen Holzhäuschen boten Ausblick auf die zahllosen Schiffe, die den Hafen von Bitung umkreisten. Im Zimmer lagen verheißungsvoll gleich vier Methoden zur Bekämpfung von Moskitos bereit.
Wir hatten unseren letzten Stopp in Sulawesi hier gewählt, weil Lembeh ein besonderer Tauchspot ist. Das Meer ist flach und der Boden größtenteils schlammig oder aus schwarzem Sand. Es gibt zwar viel weniger Korallen als anderswo, aber man kann hier besonders winzige Weichtiere bestaunen.
Eigentlich wollten wir erst am nächsten Tag tauchen. Aber es gab einfach nichts anderes zu tun, so dass wir schon am Nachmittag wieder eingestiegen sind. Denn es war einige Jahre her, dass wir zuletzt getaucht waren. Außer uns gab es nur einen weiteren Gast und jeder hatten seinen eigenen Tauchführer. So sind wir recht entspannt wieder in Übung gekommen.
02/09/2024
Die Unterwasserwelt war wirklich sehr besonders. Lembeh war das Lilliput des Tauchens: Fische, Schnecken, Sepien, alles gab es in der Größe eines Fingernagels. Das Hotel war so nett uns kostenlos eine Unterwasserkamera auszuleihen. Vermutlich waren wir die einzigen, die jemals ohne schweres Gerät angekommen sind. Das war sehr hilfreich, da wir viele Kleinigkeiten, die uns der Tauchguide gezeigt hat, erst später an Land in Vergrößerung richtig erkennen konnten. Ein bisschen absurd war das schon. Je kleiner, je lieber.
03/09/2024
Da man wirklich nichts anderes als tauchen konnte, hatten wir uns eine neue Unterkunft in der Nähe gesucht. Die Crew war zwar sehr besorgt, warum wir früher abreisen wollten, aber das lag nicht an den sehr freundlichen Leuten. Mittags hatte uns ein Boot vom White Sands Beach Resort abgeholt und in einer Viertelstunde zwei Buchten weiter gebracht. Dort war eine der wenigen Stellen an der Küste von Lembeh mit einem Strand. Das Hotel war sehr schön angelegt, mit luxuriösen Bungalows direkt am weißen Strand.
05/09/2024
Wir haben noch ein bisschen getaucht. Aber vor allem wollten wir uns in den letzten Tagen noch ein bisschen Entspannung gönnen, gemütlich unter Meermandelbäumen liegen, lesen und uns vollpensionieren lassen. Das ging im White Sands ziemlich gut, zumal sehr wenig los war.