Sulawesi 2024

14/08/2024 bis 06/09/2024

14/08/2024

Kuala Lumpur

17/08/2024

Ramang Ramang

Vor langer, langer Zeit waren wir schon mal in Sulawesi. Damals waren wir nur im äußersten Norden auf Bangka Island zum Tauchen. Mehr als 15 Jahre später kehren wir zurück um uns die ganze Insel anzusehen.

In nur wenigen Stunden sind wir von Kuala Lumpur nach Makassar, der größten Stadt in Sulawesi, geflogen. Wegen einer kurzfristig nötigen Planänderung haben wir diese Millionenstadt, die keine nennenswerten Attraktionen hat, übersprungen und sind direkt nach Norden gefahren. Mit einem Online-Taxi sind wir in nur 45 Minuten über eine wuselige und durchgehend bebaute Landstraße ins kleine Nest Rammang Rammang gekommen.

Es war schon dunkel als wir in Nasrul’s Homestay angekommen sind. Das kleine Haus lag an einem Reisfeld, die Familie saß unten vorm Haus, die Gästezimmer nahmen das obere Stockwerk ein. Die Zimmer waren nur einen Fuß größer als das Bett und die Wand aus Pappe hat erst kürzlich einen Vorhang als Raumtrenner abgelöst. Aber alles war sehr sauber und wir wurden herzlich empfangen. Es waren noch ein paar weitere Backpacker da und wir haben gemeinsam ein leckeres Abendessen bekommen.

Danach sind wir zwar ins Bett gegangen, aber bis vier Uhr morgens war an Schlaf nicht zu denken. Der Ruf des Muezzins aus der zwei Meter entfernt liegenden Mosche kam ungehindert durch löchrigen Wände. Das haben wir noch als Kulturprogramm genossen. Aber das Ende des Nachtgebets war der Startschuss für eine brutale Karaoke-Session irgendwo nebenan. Die Sänger wurden im Laufe der Nacht immer lauter und immer schlechter. Das hatten wir in so einer ländlichen Gegend nicht erwartet. Mit dem Morgengebet hatte der Spuk ein Ende und die Sonne ging über den trägen Reisfeldern wieder auf.

18/08/2024

Rammang Rammang ist für seine Karstlandschaft berühmt. Von Nasruls Haus aus konnten wir die Gegend gut zu Fuß erkunden. In dem verschlafenen Nest sind wir kaum jemandem begegnet. Wahrscheinlich waren alle vom Karaoke-Battle noch außer Gefecht. Es war nicht weit bis zum Taman Batu („Steinwald"), der eine Art Miniversion der Tsingy in Madagaskar hätte sein können. Die scharfen, schwarzen Felsen boten eine schöne Szenerie für einen kurzen Spaziergang.

Die Hauptattraktion war aber die Bootsfahrt über den kleinen Fluss. Es gab einen gut organisierten Anleger, wo jede Menge Bootsführer auf Touristen warteten. Der Fluss schlängelte sich ein paar Kilometer durch dichten Dschungel. Immer wieder tauchten von Grün überzogene Karstberge auf, bis das Boot schließlich in einem buchtähnlichen, von den steilen Klippen eingeschlossenen Tal Halt machte. Dort lag das eigentlich Dorf Rammang Rammang.

Es bestand nur aus einer Handvoll Häusern, die an einem Schachbrett aus Reisbecken standen. In der immer stärker werdenden Hitze sind wir über Stege und Wälle spaziert. Die Reiseführer erwähnten ein paar Höhlen, die wir auch alle brav abgeklappert haben. Gegen ein kleines Eintrittsgeld haben wir von den „Betreiberfamilien" eine Taschenlampe bekommen. Damit sind wir dann ein bisschen herumgekraxelt. In den Höhlen war es zwar viel kühler, aber derart feucht, dass wir nach Minuten komplett nass waren. Zu sehen gab es überhaupt nichts.

Die Rückfahrt auf dem Fluss war nochmal genauso schön wie der Hinweg. Wir hätten am liebsten noch eine Runde gedreht. Stattdessen haben wir uns mit Handy und Offline Maps auf die Suche nach den „Angel Pools" gemacht, einem natürlichen Frischwasserbecken, wo man wohl schwimmen konnte. Der Weg war abenteuerlich. Hier durch die Gerümpelecke eines Hauses, dort über eine Brücke aus gefährlich dünnen Bambusplanken, über alte Autoreifen durch einen Fluss und schon hatten wir uns verlaufen. Eigentlich waren wir genau richtig, nämlich vor einem Schild „Angel Pools". Allerdings war dort nichts außer ein paar schlammigen Pfützen - “Toad Pools” höchstens! Durch Zufall tauchte unser Wirt Nasrul mit den anderen Backpackern in dem Moment dort auf, als wir umdrehen wollten. Das Schild hätte man wohl als aufmunternden Wegweiser interpretieren sollen. Denn sehr viel tiefer im Wald haben wir dann unser erfrischendes Bad gefunden.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen weiteren Abstecher zu der sogenannten „Firefly Cave" gemacht. Der Weg führte an schönen Reisfeldern vorbei, die in warmes nachmittägliches Licht getaucht lagen. Auf dem Weg gab es auch ein paar aufmunternde Schilder - allerdings keins an dem einzigen Abzweig. Mitten im Wald lag ein Friedhof mit gekachelten Gräbern, das wirkte schon ein bisschen als hätten wir uns wieder verlaufen. Aber dann kamen ein paar Hütten in Sicht und es winkte schon jemand mit Taschenlampen. Diese Höhle war (als einzige) wirklich eindrucksvoll. Über mehrere Leitern gelangte man in zwei hohe Räume. Überall glitzerten und funkelten die Tropfsteine im Schein unserer Lampe. An einigen Stellen hatten sich Stalaktiten und Stalagmiten schon fast getroffen.

Wir konnten netterweise noch duschen und auch unser Zimmer/Eckchen bis zum Abendessen behalten. Gegen zehn Uhr Abends hat Nasrul dann ein Taxi organisiert und uns zu einer Tankstelle an der Hauptstraße begleitet, wo die Busse aus Makassar hielten. Das war der Trick, mit dem wir einen Tag einsparen konnten. Statt einer weiteren Nacht in Rammang Rammang, haben wir uns Tickets für den Nachtbus („Sleeper Bus") nach Rantepao organisieren lassen und die Nacht im Bus verbracht. Von Rammang Rammang dauert die Fahrt auch nur 8,5 statt 11 oder mehr Stunden aus Makassar!

Der Sleeper Bus hatte richtige Liegen, die in zwei Etagen übereinander gebaut waren. Mit Vorhängen nach innen und außen konnte man es sich etwas privater machen. Es war sogar einigermaßen bequem. Nur das Schlingern und Rollen des Busses auf der viel befahrenen, kurvenreichen Straße hat die nächtliche Erholung geschmälert. Aber gegen den Karaoke-Angriff der vorigen Nacht, war die Busfahrt ein Labsal.

19/08/2024

Tana Toraja

22/08/2024

Tentena & Umgebung

24/08/2024

Togean Islands

30/08/2024

Tangkoko

01/09/2024

Lembeh