Im Hafen von Gorontalo wartete schon unser Fahrer, den wir mal wieder per Chat mit einem Guesthouse organisiert hatten. Das Harry & Mimin Homestay in Gorontalo verdient Erwähnung für ihre gute Organisation. Der Fahrer hat uns zuerst dort abgesetzt, wo wir uns kurz frisch machen konnten und auch noch ein Frühstück bekommen haben - und nebenbei bezahlen konnten.
Unser Fahrer schien schon im Greisenalter zu sein, und fuhr gleichzeitig sehr angespannt und sehr langsam. Harry hatte ihm noch mit auf den Weg gegeben, dass es eine Nichtraucherfahrt sei. An so was denkt man ja gar nicht mehr. Aber bei einer frühen Mittagspause hat der Fahrer fünf Zigaretten hintereinander in Kette geraucht, um aufzuholen oder vorzusorgen. Vielleicht war er doch noch kein Greis, nur einfach sehr sehr ungesund.
Die Fahrt durch Nordsulawesi ging wieder durch endlose grüne Wälder. Wir wähnten uns schon fast am Ziel, als wir durch Manado, der größten Stadt im Norden, fuhren. Dort gab es große Malls und ein ganz sympathisches, urbanes Gewusel. Danach hat der Fahrer aber die einzige Autobahn des Landes links liegen gelassen und sich in eine verstopfte Landstraße geschlängelt. Wir haben gut genug aufgepasst um zu merken, dass er sich verfahren hatte. Dann war klar, dass er eigentlich nicht wusste, wo wir hin mussten. Wir haben ihn dann mit unserem Handy geleitet. Nach 13 Stunden Fahrt (insgesamt 33 Stunden Reise) und ein paar sehr langen letzten Kilometern durch einen dunklen Wald waren wir endlich beim Tangkoko Nationalpark angekommen.
Die Tangkoko Sanctuary Villa liegt abgeschieden auf einem Hügel mit Blick über den Nationalpark. Gegen unsere feuchte Holzhütte auf Malenge waren die Steinwände und vor allem der Trocken-Modus der Klimaanlage der pure Luxus. Wir haben gerade noch das liebevoll angerichtete Abendessen überstanden und sind endlich in ein echtes Bett gekommen.
31/08/2024
Der Tangkoko Park ist ein herrlicher Dschungel. Wir wollten hier die Gelegenheit nutzen, um etwas von der Tierwelt Sulawesis zu sehen. Einen kurzen Blick auf einen Koboldmaki (Tarsier) konnten wir zwar schon in Tentena werfen, aber hier sollte es noch mehr davon geben - und natürlich Vögel. Ein Guide hat uns morgens abgeholt und die kurze Strecke in den Park gefahren.
Kaum waren wir auf dem Fußweg tiefer in den Park unterwegs, wurden wir von einer großen Gruppe Schopfmakaken eingeholt, die auf dem Weg zum Strand war. Die Primaten sind schwarz und reichten uns bis an die Knie. Für Menschen interessierten sie sich nicht sonderlich, sondern machten sich über Früchte und die Reste angespülter Süßgetränken her.
Danach hatte sich unser Führer auf Vögel konzentriert. Es gab schöne Kingfisher, die hier allerdings nicht tauchen sondern einfach Insekten aufpicken. Das Highlight war der majestätische Nashornvogel. Ein Paar saß oben in einem mächtigen Baum und hat sich durch ein Fruchtsortiment gesnackt. Nicht nur die Rufe der großen Vögel sind markant - wenn sie mit ihrer beeindruckenden Spannweite zum Fliegen ansetzen, klingt es als würden Hubschrauber starten.
Für ein üppiges Mittagessen und vor allem ein nachmittägliches Nickerchen waren wir zurück ins Hotel gebracht worden. Aber am späten Nachmittag ging es wieder in den Park, um zum Einbruch der Dunkelheit den winzigen Tierchen auf die Nerven zu gehen. Dutzend Touristen mit ihren Guides hatte sich um einen großen Baum mit einem hohlen Stamm versammelt. Kaum wurde es schummrig sprang das erste Fellknäuel auf einen Ast. Koboldmakis sind wirklich sehr niedlich. Wenn sie sich an einem Ast festhalten sind sie fast rund und kaum größer als ein Tennisball. Die großen Augen sind herzerweichend. Aber zu oft hüpften sie in meterweiten Sprüngen einfach von Ast zu Ast wie ein Flummi.