Venezuela

Venezuela
Karte

04. Dezember 2002

Caracas

Durch die gelungene Investition in Reise-Nackenkissen und relativ leerem Flugzeug konnten wir einigermaßen entspannt in Caracas landen. Da dort aber das meiste relativ unentspannt sein sollte, haben wir uns per Taxi direkt nach Valencia begeben. Andere Kölner, die wir im Flugzeug kennengelernt hatten, konnten uns das empfehlen, da sie hier Familie haben.

05. Dezember 2002

Valencia

Die ewig lange Fahrt mit dem Taxi hat die Entspannung des Fluges komplett zunichte gemacht. Außerdem war es doch recht schwierig, dem Taxifahrer, der weder englisch konnte noch Hotels kannte, klarzumachen, wo wir hinwollten. Glücklicherweise haben wir eine sehr günstige Unterkunft in einem Laden ergattern können, der normalerweise stundenweise vermietet wird. Dennoch gab es hier mehr Komfort als bei allem, was wir in Malaysia erlebt haben (Klimaanlage, eigenes Bad, TV mit Fernbedienung), wenn auch in schlechtem Zustand. Die Stadt selbst ist Venezuelas drittgrößte Stadt, was man ihr aber kaum ansieht. Es ist sehr schön warm. Morgen wollen wir uns aber erstmal für ein paar Tage an den Strand legen.

06. Dezember 2002

Puerto Colombia

Nachdem wir mehrere Stunden mit vielen Einheimischen in einer unglaublichen Schlange (wie im Phantasialand) Vor einer Bank verbracht haben – ohne auch nur einen Bolivar wechseln zu können – haben wir die Flucht ans Meer angetreten.

Entgegen allen Erwartungen sind wir reibungslos in ein paar Stunden nach Puerto Colombia, einem Kleinen Ort an der Küste, gekommen. Dort sind wir im Hübschen Hostal Colonial untergekommen. Die nächsten Tage haben wir, genau wie geplant, ausschließlich mit Essen und Sonnenbaden am karibischen (!) Meer verbracht.

11. Dezember 2002

Ciudad Bolivar

Gestern haben wir unsere Küstenresidenz aufgegeben und uns erneut auf die Reise begeben. Wie schon auf dem Hinweg, führt der einzige Weg von Puerto Colombia weg durch die Nebelberge von Maracay. Der Busfahrer scheint die Strecke blind fahren zu können. Leider war es diesmal kaum neblig. Auf der Hinfahrt konnte man kaum bis zur nächsten Kurve der Bergstrecke gucken.

Da Venezuela vollständig auf Eisenbahnen verzichtet hat, um sich ganz dem Auto zu verschreiben, sind die Busbahnhoefe entsprechend gut organisiert. In Maracay konnten wir problemlos die Fahrt nach Ciudad Bolivar fortsetzen. Das einzige Problem scheinen die immer kleiner werdenden Benzinreserven zu sein. Die Tankstellen werden von der Polizei bewacht und die Schlangen sind unüberschaubar.

An Benzin schien es unserem Bus nicht zu mangeln, da ein Großteil der Energie in die Klimaanlage gesteckt wurde, die durchaus in der Lage war auch den dunklen Teint der einheimischen in schillerndes Blau zu verwandeln. Knapp dem Kältetod entgangen haben wir Ciudad Bolivar erreicht und uns zur Posada de la Casita begeben. Außerhalb der Stadt gelegen mutet es eher an wie ein kleiner Safari-Park: Die Umgebung ist sehr sawannig und wir haben mehr Tiere im Garten als die Kölner im Zoo: U.a. Papageien, Kolibris, Tucane, Schildkröten, Affen und eine Armee von Ameisen und Mücken.

Übermorgen werden wir für drei Tage eine Tour zu den Angel Falls, dem höchsten Wasserfall der Erde, unternehmen. Heute (am 12.) haben wir kurz die Gelegenheit, uns Ciudad Bolivar anzugucken. Die Stadt ist sehr belebt und bietet einen tollen Blick auf den Orinico, der sogar hier schon eine beachtliche Weite erreicht.

13. Dezember 2002

Canaima

Wir konnten einen einstündigen Flug in einem winzigen Flugzeug (Pilot plus 3 Personen) von Ciudad Bolivar aus nach Canaima genießen. Von oben sieht der Urwald aus wie eine Lage Broccoli. Anschließend haben wir eine zweitägige Bootstour zu den Angel Falls gemacht. Die Übernachtungsmöglichkeiten beschränkten sich auf Hängematten, was einigermaßen gewöhnungsbedürftig ist. Danach haben wir noch einen Tag in der Lagune von Canaima verbracht. Dort sieht es aus wie in einer Filmkulisse. Das von den Gerbstoffen der Wälder Cola-braun gefärbte Wasser stürzt sich aus drei breiten Wasserfällen in das Becken der Lagune; sehr malerisch!

15. Dezember 2002

Ciudad Bolivar

Wir sind mal wieder in Ciudad Bolivar. Unser geheimer EC-Automat hat uns weiterhin mit Geld versorgt, während die Einheimischen hier stundenlang anstehen müssen. Morgen werden wir eine zweitägige Tour ins Orinoco Delta unternehmen.

Da wir gehört haben, dass es im Rheinland Kälterekorde hagelt, moechten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, noch mal darauf hinzuweisen, dass es hier sehr, sehr warm ist. Friert nicht fest!

17. Dezember 2002

Orinico Delta

Ich fasse mich kurz, da es schon spät ist: Die Tour durchs Orinoco Delta war unglaublich! Wir haben sehr viele Vögel gesehen und sind durch Lagunen gefahren, durch die nur kleine Wege durch Felder von Wasserhyazinten führen. Sehr empfehlenswert!

18. Dezember 2002

Ciudad Bolivar

Unser letzter Zwischenstop in Ciudad Bolivar. Wir haben uns nur zum Schlafen in unsere Posada zurückgezogen, nachdem wir den ganzen Tag auf dem Orinoco verbracht haben.

19. Dezember 2002

Mochima

Nach soviel Touren haben wir uns mal wieder ein bisschen Strand und Meer verdient. Diesmal verbringen wir die Tage auf den Inseln des Mochima Nationalparks. Wir wohnen in einer netten, kleinen schweizer Pension "Bei Rita" und fahren hier noch ein bisschen in der Gegend herum.

Heute (21.12.) haben wir einen Ausflug nach Puerto La Cruz gemacht. Man hört hier zwar eine menge vom großen Streik und seinen Auswirkungen. Zu spüren bekommt man davon aber gar nichts. Allen Gerüchten zum Trotz scheint das Land, außerhalb von Caracas, noch wunderbar zu funktioneren. (Abgesehen von lokaler Bierknappheit). Macht Euch also keine Sorgen und feiert Weihnachten für uns mit!

PS: Liebes Mooooo, herzlichen Glückwunsch und feier schön.....wir holen das nach!

23. Dezember 2002

Morrocoy

Der nächste Nationalpark ist an der Reihe. Wir sind extra um halb sechs (!!) morgens aufgestanden um früh weg- und anzukommen. Um halb sieben haben wir den ersten Bus erwischt. In Puerto La Cruz, der ersten Station, kam dann auch die erste Schlappe: der Bus kam erst 3 Stunden später. Die Fahrt war sehr angenehm (keine verdunkelten Fenster und auch die Klimaanlage war auf Menschen, nicht totes Fleisch, eingestellt). Kurz hinter Caracas ist der angenehme Bus dann aber leider kaputtgegangen: Motor kaputt, Lenkung kaputt... netterweise hat uns ein anderer bus an der Autobahn aufgesammelt und wir durften die nächste Stunde im Gang stehen.

Letztendlich haben wir dann immerhin um 22h die schäbigste Absteige venezuelas entdeckt. Den nächsten Morgen haben wir direkt genutzt, um uns eine weihnachtlichere Bleibe zu suchen. Dafür hat uns der Nationalpark reichlich entschädigt: Echt karibische Strände mit weißem Sand, Muscheln in denen man übernachten kann, knallrote Scharlachibise, und das Wasser leuchtet in allen Blau- und Türkistönen!

Glücklicherweise haben wir jetzt (28.12.) auch mal ein Internet-Cafe gefunden, um dies alles mitzuteilen. Die letzten paar Tage werden wir hier noch bleiben und uns weiter um die Inseln schippern lassen. Bei Air France konnten wir zwar keinen erreichen, aber auf der Website ist unser Rückflug am 31. noch im Programm. Wir sind daher zuversichtlich die Rueckreise wie geplant antreten zu können.

Bis dahin ein Frohes Neues Jahr und gutes Wetter!