Java 2018

30.06 bis 22.07.2018

01/07/2018

Jakarta

03/07/2018

Pulau Macan / Thousand Islands

06/07/2018

Bromo

Der späte Flug hat uns nach Surabaya gebracht. Die zweitgrößte Stadt Indonesiens liegt sehr weit im Osten Javas. Der erste von vielen Schritten zum Mt. Bromo. Am nächsten Morgen sind wir mit dem Zug die Küste noch weiter nach Osten bis Probolinggo gefahren. Die günstigen Zugtickets kann man ganz bequem online kaufen (tiket.com) und dann am Bahnhof über einen Self-Checkin mit Reservierungscode ausdrucken. Von Probolinggo aus sind wir mit mehreren Minibussen ins Landesinnere gefahren. Wenn man als Ausländer mit Rucksack am Bahnhof erscheint, organisiert sich dieser Trip ganz von alleine.

Die zweistündige Autofahrt war bis auf kurze Stopps (1x Straßensperrung, 2x Motor überhitzt) ein einziger Überholvorgang. Währenddessen hat sich die Bebauung erst zum typisch tropischen, endlosen Straßendorf reduziert. Danach wurde es immer hügliger und immer spärlicher besiedelt. Der letzte Kühlwasserwechsel war schon in richtig bergiger Landschaft, wo wir zum ersten Mal seit unserer Ankunft mit dem Gedanken spielten, mehr als nur ein T-Shirt zu tragen.

Das Etappenziel war das Bergdorf Cemoro Lawang. Von der Küste kommend, nähert man sich durch hübsch bewirtschaftete Felder, auf denen statt Reis Salat und Gemüse angebaut wird. Hier ahnt man noch nichts von der dramatischen Landschaft, die sich am anderen Ende des Orts auftut. Dazwischen liegt das verschlafene Nest. Obwohl hier täglich Scharen von Touristen durchgeschleust werden, gibt es fast gar keine richtigen Läden oder Restaurants. Wir sind in einem riesigen, kalten Zimmer mit zwei Doppelbetten und „Gucci“-Bettwäsche untergekommen.

Den Rest des Nachmittags haben wir für eine erste Wanderung zum Bromo verwendet. Cemoro Lawang liegt auf einem flach ansteigenden Hang am Rand einer großen Caldera mit mehreren Kilometern Durchmesser. Die Kante fällt etwa 100m steil ab. Dahinter öffnet sich das phantastische Panorama der „Sea of Sands“. Aus der von Asche schwarzen Sandfläche ragt der perfekte Kegel des Gurung Batok auf. Dahinter liegt der Mount Bromo mit seiner giftigen Wolke und mehrere weitere Vulkane. Der leere, plane Kessel wirkt künstlich angelegt wie ein überdimensionierter Zen-Garten.

Mit den guten OpenStreetMaps-Karten haben wir direkt den Trampelpfad gefunden, der das Kassenhäuschen des Nationalparks umgeht und in den Krater führt. In der Ebene kann man nach Sicht zum Bromo hinüber gehen. Mit vertrockneten Blumen als traditionelle Opfergabe haben wir uns das letzte Stück über eine steile Treppe hinauf gekämpft. Oben erwartete uns der Bromo mit weit geöffnetem Schlund und üblem Atem. Wenn der Wind die Wolke mal kurz fortblasen kann, kann man tief in den trichterförmigen Krater hineinsehen. Unten drückt sich der faulige Dampf durch den gelblichen Boden, um als Wolke die inaktiveren Nachbarvulkane einzuhüllen.

07/07/2018

Wir sind sehr früh ins Bett gegangen, um vor der nächtlichen Wanderung noch etwas Schlaf zu bekommen. Gegen 3 Uhr sind wir mit Daunenjacke und Stirnlampe aufgebrochen. In der Nacht war das Dorf wie verwandelt: Auf der verschlafenen Hauptstraße war Stau. Eine Schlange von Hunderten knatternden Jeeps schob sich Stoßstange an Stoßstange Richtung Kratereingang, um durch den Kessel zu den beliebten Aussichtspunkten zu kommen. Wir haben die andere Richtung eingeschlagen und sind vom Dorf aus bergauf gelaufen. Dort fuhren noch genug Jeeps, um den nächtlichen Spaziergang jedes Idylls zu berauben, aber immerhin kein Stau.

Nach ein paar Kilometern sind wir zum Parkplatz gelangt. Von dort machten sich Unmengen von Einheimischen mit Handys und Taschenlampen auf den steilen Weg zum Aussichtspunkt. Lahme und Faule können sich das mit stinkenden Pferden erleichtern. Wir haben uns sehr gewundert, wie viel los war. Noch war in der Dunkelheit nicht viel zu sehen, außer der Scheinwerfer der Jeeps, die wie eine Lichterkette in die Sea of Sands hinunter und am anderen Ende den Berg hoch verlief.

Über einen kleinen Trampelpfad gelangt man zum King Kong Viewpoint, der auf etwa 2600m Höhe liegt und damit die Vulkane schon deutlich überragt. Auf diesem schönen Weg waren wir überraschender Weise fast alleine. Durch Farne und Sträucher ging es bergauf. Leider gibt es von oben noch einen Zugang über die Straße zum Aussichtspunkt. Daher konnten wir schon von weitem das Geschnatter der Touristen hören. Wir waren viel zu früh für die Sonnenaufgang und konnten uns in der Kälte mit Kaffee von einem Stand aufwärmen. Von Einsamkeit und Abenteuer war keine Spur. Man braucht auch definitiv keinen Führer für den Ausflug.

Als sich endlich die Dämmerung über den Horizont hob, lösten sich in der Caldera unter uns langsam die Konturen der Kegel und Bromos Wolke aus der Dunkelheit - begleitet vom Klicken der Kameras um uns herum. Noch schöner wurde es etwas später, als das orangene Licht lange Schatten warf. Nur leider lagen die Wolken nicht ganz wie gewünscht. Gut, dass wir für nichts bezahlt haben! Wir haben uns mit dem Rückweg Zeit gelassen. Als wir dann gegen 7 Uhr wieder im Dorf ankamen, war der Spuk schon vorbei. Kein einziger Jeep erinnerte mehr an die nächtliche Touristen-Rallye.

08/07/2018

Ijen

09/07/2018

Yogjakarta

10/07/2018

Borobudur & Chicken Church

11/07/2018

Prambanan

14/07/2018

Karimunjawa