Japan 2017

日本
29.10 bis
18.11.2017
Karte von Japan

02/11/2017

Tokio

05/11/2017

Fuji-San

06/11/2017

Nikko

07/11/2017

Yunishigawa Onsen

08/11/2017

Matsumoto

09/11/2017

Kamikochi

10/11/2017

Alpen-Route

11/11/2017

Takayama, Fukuji Onsen

12/11/2017

Kyoto

Kyoto ist die Stadt der Tempel, Gärten und Geishas. Wer in diesen Bereichen mehr als nur einen oberflächlichen Eindruck gewinnen will, sollte am besten gleich hierhin umziehen. Wir haben es bei ein paar Tagen belassen, die damit begannen verschiedene Varianten zu testen, den verrückt großen Bahnhof zu verlassen.

Die Stadt liegt in einer flachen Pfanne, die ringsum von Hügeln eingeschlossen ist. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen an den Stadträndern, weil die Adligen ihre Gärten gerne vor der unverbauten Kulisse der bewaldeten Hänge anlegten. Das hat uns einige zähe Busfahrten beschert. Unser kleines Hotel Rak Kyimizu ist in der interessanten Gegend von Higashiyama super gelegen, weil man von dort aus auch einiges zu Fuß erreichen kann.

Wir mussten nur ein paar Blocks laufen, um in das Gewusel am Kyomizu-ji zu kommen. Der Tempel hat ein schönes, großes Tor und eine hohe Pagode, die über die Stadt blickt. Doch der Haupttempel ist wieder mal eingerüstet. 2017 ist im japanischen Baukreiskalender wohl das Jahr der Instandsetzung. Auch hier haben sich viele Frauen in Kimonos geworfen und machen Selfie-Spaziergänge. Irgendwann haben wir spitz gekriegt, dass diese malerische Tradition besonders unter chinesischen Touristen beliebt ist, die sich fürs Sightseeing verkleiden. Danach war es nur noch halb so zauberhaft. Schade allerdings, dass das unter den chinesischen Touristen am Kölner Dom nicht auch so beliebt ist. Die könnten sich als Tünnes & Schäl oder Dreijestirn verkleiden.

Die Straßen, die am Tempel beginnen, gehören zu den schönsten Altstadtgassen Japans. In den alten Holzhäusern verbergen sich teils schicke Restaurants und Ryokans, Töpferer, vor allem aber Snack- und Souvenir-Läden. Abends sind wir in einem schönen Udon-Restaurant eingekehrt. Für die Kunstfertigkeit lange, klebrige Nudeln mit Stäbchen von einem Teller in eine Schüssel zu heben hätten wir eigentlich ein Esssen-mit-Stäbchen-Abzeichen bekommen müssen.

Im benachbarten Viertel Gion geht es etwas geheimnisvoller zu, denn hier sind die Geishas. In den ruhigen Nebenstraßen gibt es traditionelle und sehr diskrete Teehäuser. Wir hätten sie gar nicht erkannt, wenn nicht hinter uns, tap tap tap, eine Geisha in vollem Ornat aufgetaucht und zielstrebig in einem unscheinbaren aber stilvollen Haus verschwunden wäre. Die Kunden, meist ältere Herren, kamen etwas zeitversetzt im Taxi an. Auch wenn sich Touristen in den Gassen herumdrücken und mit Kameras regelrecht auf die Lauer legen, wirkt es hier sehr japanisch und sehr verschlossen.

13/11/2017

Am frühen Morgen haben wir einen anderen Stadtrand besucht. Im Südosten liegt der bekannte Fushimi-Inari Schrein, dessen Gänge aus Tausenden von roten Holztoren besteht. Als wir in den ersten Gang hinter dem Eingang gingen, war uns nicht klar, wie viele Tore es da geben sollte. Tatsächlich erstreckt sich die Anbetungsstätte über einen ganzen Berg. Wer durch jedes Tor will, muss ein paar Stunden aufwenden. Alle paar Meter gibt es kleine Schreine, die von zwei Füchsen mit roten Lätzchen bewacht werden. Miniaturen der roten Tore (und auch der Füchse) werden in allen Größen als Gaben an den Schreinen angebracht. Nach einer Weile hat sich uns vor lauter Füchsen und Toren der Kopf gedreht.

Auf dem Rückweg vom Berg tauchte unverhofft ein nettes Café auf, wo wir unser Frühstück nachholen konnten. Stärkung für die Fahrt zum westlichen Stadtrand, wo der Garten des Tenryu-ji Tempels das perfekte Herbstpanorama eines Japans in Miniaturform bot: Knallrote Ahorne, die ihre knorrigen Arme flach über einen Weiher streckten, ein bunter Laubwald auf einem kleinen Hügel, geharkter Kies, hier und da ein Felsen und sogar Bambus. Eigentlich fehlte nur noch Schnee. Der Garten liegt in seiner Pracht vor der langen Veranda des Tempels. Man kann sich schon vorstellen wie erbaulich die Mönche hier meditieren konnten. Falls hier überhaupt Askese angesagt war, dann galt das wohl weder für Ästhetik noch für Gartenarbeit.

Gleich nebenan liegt ein großer Bambuswald. So ganz wollte der nicht zu dem kalten Herbstklima passen. Aber vielleicht lag es auch an dem Mahlstrom von Touristen, der sich hindurch schob, dass sich der Zauber nicht so recht entfalten wollte.

Am nördlichen Stadtrand hat sich ein ganz besonders bescheidener Shogun einen profanen Traum erfüllt, den ja eigentlich jeder von uns hat: Ein Haus aus purem Gold. Bei diesem hübschen zweistöckigen Pavillon ist es zwar "nur" Blattgold, aber für den Anfang ganz in Ordnung.

Etwas weiter gibt es eine Kolonie von Zen-Klöstern. Das große Gelände ist hauptsächlich mit kleineren, unabhängigen Klöstern vollgestopft, die ein eingemauertes Zen-Dorf bilden. Hier haben wir einige der berühmten Steingärten angeguckt. Meistens sind es Wellenmuster, die von größeren Steinen ausgehen, wie Tropfen im Wasser. Im Inneren der Klöster gibt es nichts zu sehen. Die Tatami-Zimmer unterschieden sich kaum von denen in unseren Ryokans. Wir hatten zwar keine mit Drachen bemalten Wandschirme aus dem 17. Jahrhundert, dafür aber Teekocher und Heizung.

16/11/2017

Koya-san

17/11/2017

Osaka